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Wahlkreis 70: Dessau-Wittenberg

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Die Direktkandidaten aus Dessau-Wittenberg

Der ADFC Sachsen-Anhalt hat alle Direktkandidaten der wahrscheinlich in den Bundestag einziehenden Parteien für den Wahlkreis 70: Dessau-Wittenberg zum Interview eingeladen. In Dessau-Wittenberg stellen sich zur Wahl: Sepp Müller (CDU), Stefan Stader (SPD), Jörg Schindler (DIE LINKE), Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Jörg Schnurre (FDP) und Andreas Mrosek (AfD)

 

Steffi Lemke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
„Wenn die Grünen in der nächsten Bundesregierung sind, wird es im Radverkehr einen Sprung nach vorne geben.“
Steffi Lemke begann ihr politisches Engagement mit einer Bürgerinitiative für eine menschenfreundliche Stadtplanung in Dessau. Seit 1994 vertritt sie die Partei BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN in verschiedenen Funktionen auf Bundesebene. Ihrer Meinung nach sollte das Fahrrad im städtischen Verkehr eine größere Rolle einnehmen. Um das zu reichen will Sie vor allem Fahrrad und Bahn besser verbinden. Es soll möglich sein das Fahrrad in jeder Bahn mitnehmen zu können. In Sachsen-Anhalt engagierte sich die Partei für die Einrichtung der Stelle einer Radverkehrskoordinatorin. Die Anschaffung von E-Lastenrädern im Rahmen von Bike Sharing Programmen wollen die Grünen mit bis zu 1000 Euro fördern. Im Alltagsverkehr soll das Rad in einer Stadt der kurzen Wege ein größeren Anteil der Verkehrslast tragen. Deshalb fordern die Grünen den Nationalen Radverkehrsplan endlich umzusetzen und mit den nötigen Finanzmitteln auszustatten.
Mehr dazu im rund 25-minütigen Interview. Dort unterhalten wir uns außerdem über die Themen Flächengerechtigkeit, Umwelt- und Verkehrsbildung sowie Radtourismus auf Sachsen-Anhalts Radfernwegen:

Beschluss der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Hochschalten statt ausbremsen – Für eine Aktive Radverkehrspolitik“

Sepp Müller (CDU)
Sepp Müller stand für ein Interview nicht zur Verfügung und antwortete schriftlich:
Mein Wahlkreis Wittenberg-Dessau hat das Glück in einer der kulturell attraktivsten Regionen Deutschlands mit 3 UNESCO-Weltkulturerbestätten zu liegen, die sich geradezu anbieten, mit dem Rad erschlossen zu werden. So wird er einerseits in Dessau vom Europaradweg R 1 gekreuzt und vom Elberadweg im Wittenberger Bereich durchzogen, einem der beliebtesten deutschen touristischen Fernradwege. Dies sind beispielsweise 2 populäre Strecken, die in die Zuständigkeit des Bundes fallen, da wir hier natürlich, wie bei allen verkehrspolitischen Dingen, auch die föderalen Strukturen zu beachten haben. Regional und kommunal muss allerdings beispielsweise der Brückenschlag zwischen den Kreisen Wittenberg und Dessau geschlossen bzw. verbessert werden. Das Ausleihsystem zum Reformationsjubiläum in Wittenberg sollte zukünftig fortgeführt und weiterentwickelt werden und diese Erfahrungen auch in Dessau genutzt werden. Dies ist allerdings wieder eine kommunale Aufgabe. Bahnhöfe bieten sich in der Regel als zentrale Ausleihstationen an für park and bike-Systeme oder Bahn and bike. Derzeit gibt es in Deutschland ca. 70 Mio. Fahrräder. In etwas mehr als 80 % aller Haushalte ist mindestens ein Fahrrad, in 25 % sind drei und mehr Fahrräder, vorhanden.  Für fast alle Mobilitäts- und Transportzwecke sind heute geeignete Räder erhältlich. Ist kein eigenes Rad verfügbar, bieten immer häufiger Fahrradverleihsysteme eine Alternative. Die Aktivitäten des Bundes sowie vieler weiterer Akteure insbesondere aus Ländern und Kommunen sowie aus der Wirtschaft und aus Verbänden im Rahmen des laufenden NRVP haben dazu beigetragen, den Radverkehr attraktiver zu machen und infolgedessen die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer zu steigern. Der Radverkehrsanteil an allen zurückgelegten Wegen ist im Bundesdurch in den letzten 10 Jahren zweitstellig angestiegen. Nach allen Studien nimmt die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer und die Fahrradnutzung insgesamt vor allem in den städtischen Räumen zu – sowohl im Freizeitbereich an Wochenenden, als auch an Werktagen, an denen vor allem Alltagswege mit dem Rad zurückgelegt werden. Manche Arbeitgeber fördern dies im Rahmen des Gesundheitsmanagements. Aber auch Gehaltumwandlungen in Form von Leasing-Modellen sind bereits am Markt. Das bezieht sich
dabei nicht nur darauf, wie häufig das Fahrrad genutzt wird. Vielmehr zeigt sich, dass auch die Länge der Wege, die mit dem Fahrrad gefahren wird, im Durchschnitt wächst. Auch gerade in vielen Mittelstädten boomt der Radverkehr mit Zuwächsen zwischen 30-40 %, sofern sich die Infrastruktur entsprechend fahrradfreundlich entwickelt. Allerdings gibt es bei der Vernetzung zwischen Ortsteilen einzelner Städte oder innerhalb eines Kreises zwischen Kernstadt und Umland oder zwischen unterschiedlichen topografischen Gegebenheiten große Unterschiede hinsichtlich der Stärke des Radverkehrs. Hier gibt es noch Nachholbedarf im weiteren Ausbau. Vor allem Strecken von bis zu fünf Kilometern bieten sich für die Fahrradnutzung an: Derzeit finden rund 90 % aller Fahrradfahrten in diesem Bereich statt. Zugleich werden auf diesen Strecken aber auch etwa 40 % aller Fahrten im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt. Hier gibt es durchaus noch weiteres Potenzial für die Fahrradnutzung, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Fahrrad innerstädtisch nachweislich auf den kurzen Strecken das schnellste Verkehrsmittel sein kann. Potenziale bestehen aber auch darüber hinaus: So liegen – bezogen auf alle Verkehrsmittel – mehr als drei Viertel aller Wege im Entfernungsbereich bis zehn Kilometer. Durch neue technische Entwicklungen, wie die so genannten E-Bikes und Pedelecs, sowie durch die Kombination des Fahrrades mit öffentlichen Verkehrsmitteln – auch in Bussen mit entsprechenden Radträgersystemen – können auch diese Strecken oder sogar noch längere Wege verstärkt mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Der Trend zum Fahrrad hält seit Jahren an. Neben objektiven Gegebenheiten wie Entfernung und Kosten spielen auch so genannte weiche Faktoren wie individuelle Vorlieben und gesellschaftliche Wertschätzung des Verkehrsmittels eine Rolle für die Verkehrsmittelwahl. Aktuell zeichnen sich Entwicklungen hin zu einer neuen „Fahrradkultur“ ab. Car-Sharing Systeme haben sich in größeren Städten längst bei jüngeren Menschen etabliert, ebenso wie Rad- und E-Motorrollerausleihsysteme. Die Bahn (DB) ist im Übrigen Deutschlands größter Fahrradverleiher (Call a bike). Die gestiegene gesellschaftliche Wertschätzung des Fahrrades zeigt sich zudem darin, dass es eine höhere Bereitschaft gibt, mehr Geld für Fahrräder und Zubehör auszugeben. So lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Fahrräder im Jahr 2011 bei 495 Euro. Gegenüber 2008 ist das eine Steigerung von fast 30 %. Hinzu kommt, dass Fahrräder insbesondere in städtischen Räumen immer mehr zu einem Statusobjekt und zum Bestandteil eines besonderen Lebensgefühls werden.

Stefan Stader (SPD)

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Jörg Schindler (DIE LINKE)

– Keine Antwort erhalten –

Positionspapier zur Radverkehrspolitik der Bundestagsfraktion DIE LINKE
Bundestagswahlprogramm: „Die Zukunft für die wir kämpfen!“ S. 84 – 88

Jörg Schnurre (FDP)

 

Andreas Mrosek (AfD)

– Keine Antwort erhalten –

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