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Radfahrende sind häufiger Unfallopfer als Verursacher

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Radfahrende sind häufiger Unfallopfer als Verursacher

Unfallstatistik der Landeshauptstadt Magdeburg 2016

Am 28. März veröffentlichte das Polizeirevier Magdeburg eine Pressemitteilung zur Unfallstatistik für das Jahr 2016. In der Berichterstattung lag der Fokus auf Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Radfahrenden, die um rund 17 % zugenommen haben. Zu behaupten Radfahrende seien eine Gefährdung im Straßenverkehr ist dennoch falsch, so der Vorsitzende des ADFC Magdeburg Norman Dreimann: „Wir freuen uns sehr, dass man sich in Magdeburg um die Verkehrssicherheit kümmert, dennoch ist es eine grobe Falschaussage Radfahrende als Risikogruppe zu bezeichnen.“

2016 gab es in der Landeshauptstadt insgesamt 7997 Verkehrsunfälle. An 538 Unfällen waren Radfahrende beteiligt. „Der Radverkehr macht in Magdeburg 13 % des Verkehrs aus, dennoch waren Radfahrende nur an 6,73% aller Unfälle beteiligt. Das heißt, sie sind verhältnismäßig weniger häufig an Verkehrsunfällen beteiligt als Nutzer anderer Verkehrsmittel.“

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrenden stieg von 460 auf 538 an, doch in 350 Fällen waren die Radfahrenden nicht die Unfallverursacher. In 59,29 % war es der andere Verkehrsteilnehmer, der den Unfall mit Radfahrenden verursacht hat. Das heißt Radfahrende sind häufiger Opfer als Verursacher.

Bei 394 Unfällen wurden Radfahrende verletzt, 80 davon schwer und 3 verunglückten sogar tödlich. „Immer wieder wird bei Unfällen mit Radfahrenden sogenanntes „Victim Blaiming“ betrieben. Also eine Täter-Opfer-Umkehr, bei dem die Schuld beim Opfer gesucht wird. Beispielsweise ist immer wieder die Rede von Radfahrenden, die ‚übersehen‘ wurden, statt zu sagen, dass ihnen die Vorfahrt genommen wurde. Statt Tempodrosselungen diskutiert man über Helmpflichten. “

„Es muss endlich etwas zum Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer wie Radfahrende getan werden. Um mehr Sicherheit im Verkehr zu schaffen, müssen wir an vielen Stellen arbeiten, dafür ist auch Aufklärungsarbeit und Kontrolle notwendig, besonders bei den Hauptunfallverursachern.“

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