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Mit Tele-Grafen von Station 17 zur Station 20 [2016]

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Telegraphenradweg – Samstag, 27. August 2016

 Zwölf Pedalritter erfahren preußische Geschichte zwischen Oschersleben und Hornburg

„Fortsetzung folgt“, hieß es vor einem Jahr nach der ADFC-Radtour auf dem Telegraphenradweg. ADFC-Tourenleiter Klaus Schmeißer und Torsten Wambach, Vorsitzender des Vereins Optische Telegraphie in Preußen e.V., haben Wort gehalten, informierten in diesem Jahr über die Stationen 17 bis 20 (2015: Stationen 11 bis 14).

Die Spurensuche auf der fast 600 km langen optischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz war und ist kompliziert, da diese nur zwischen 1832 und 1849 genutzt wurde. Hinzu kommt die militärische Geheimhaltung, da für Aufbau und Betrieb der Anlagen das preußische Kriegsministerium zuständig war.

Mit dem Harz-Elbe-Express reisten die Magdeburger Teilnehmer zum Bahnhof Oschersleben. Insgesamt zwölf Apostel vollzogen dort den scharfen Start. Zwölf Apostel? Pardon, zwölf Pedalritter natürlich. „Zwölf Apostel“ nennt der Volksmund die Jakobsbergsiedlung unweit der ehemaligen Station 17. Heute steht an dieser Stelle nur eine Telegraphenattrappe in Originalgröße, allerdings mit unbeweglichen Flügeln.

Auf der B246, für einen straßenbegleitenden Radweg wird seit Jahren gekämpft, gelangte die Truppe zu einer der schönsten Telegraphenstationen der ganzen Linie – der Nr. 18 bei Neuwegersleben. Marlies Müller von der Interessengemeinschaft der Station 18 konnte eine komplette Station mit der Dauerausstellung „Geflügelte Worte“ präsentieren.

Für die Wahl der Standorte waren die Sichtbedingungen von entscheidender Bedeutung.

Beim Blick durch das festinstallierte Fernrohr zur Attrappe der Station 17 wurde deutlich, dass Luftflimmern bei großer Hitze, es war inzwischen über 30°C heiß, die Sicht behindert. Bedingt durch die Lage im Großen Bruch, eine von vielen Gräben durchzogene Niederung, gab es damals sicher auch Probleme bei Dunst und Nebel.

Festzustellen ist, dass im Landkreis Börde der Telegraphenradweg gut ausgebaut und beschildert ist.

Am ehemaligen Bahnhof Gunsleben wurde an die vielen Eisenbahnstrecken dieser Region erinnert, deren Spuren leichter als die der Telegraphenlinie zu finden sind – Bahnhofsgebäude, Laderampen, Eisenbahnbrücken, Bahnkörper usw.

Auf halbem Weg nach Aderstedt wurde die Grenze zum Landkreis Harz passiert. Während die Führung des Telegraphenradwegs praktisch feststeht, ist völlig offen, wann in diesem Landkreis die Beschilderung erfolgen kann. Erste Gespräche dazu hat es bereits gegeben.

Die Station 19 stand auf dem Sommerringberg bei Pabstorf, an die nur noch eine Ausstellung im Heimatmuseum Dedeleben erinnert. Uwe Krebs, Leiter des Museums, sorgte mit seinem Team und einem umfangreichen Angebot an Speisen und Getränken für frische Kräfte, sowie neue Erkenntnisse.

Sagenhaft sind die Aussichten bei einer Radtour in dieser Region nicht nur, weil man den Brocken fast ständig in der Ferne sieht. Hinzu kommen der Elm, der Huy, der Große Fallstein und die Asse. Für die zwölf Ritter der Pedale stand noch eine Trittvisite der Westerburg auf dem Programm. Kampflos rollten diese durch das offene Tor der ältesten noch erhaltenen Wasserburg Deutschlands mit Bergfried, Taubenturm, Kapelle und Kastell.

Nächster Halt: Kirche St. Johannis in Veltheim.

Vor der Kirche empfing uns Rolf Maximilian vom Telegraphenverein, in der Kirche sehr angenehme Kühle. Rolf Maximilian berichtete von den Problemen der Spurensuche zur Station 20. Wie so oft half der Zufall mit. Anno 1962 fand man bei Restaurierungsarbeiten im Turmkopf des Gotteshauses ein Schriftstück aus dem Jahre 1835, in dem die Telegraphenstation erwähnt wurde. Diese stand am Nordhang des Großen Fallsteins, heute Ackerfläche, in der aber Ziegelbruchstücke gefunden wurden.

Seit Gunsleben befand sich die ehemalige innerdeutsche Grenze in Sichtweite, entlang dieser der „Eiserne Vorhang Radweg“ angelegt wurde. Auf diesem ist bald die sehenswerte Fachwerkstadt Hornburg in Niedersachsen, dort stand die Station 21, erreicht. Am Haltepunkt Schladen endete die erneut sehr informative ADFC-Radtour. Schon im Zug nach Braunschweig wurde verkündet:

Fortsetzung folgt am 26. August 2017! 

 

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