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Radfahrer wirrgeleitet!?!

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Radfahrer wirrgeleitet!?!

So will die Stadt Radfahrer durch die Innenstadt führen

Fahrradverwirrung

Aktuell kann man wieder erleben, dass es bei manchen der Verantwortlichen in der Stadt scheinbar kein Interesse gibt, Radfahrer sicher, nachvollziehbar und gleichberechtigt im Verkehr zu führen.

Dies geschieht in Magdeburg in einer Situation, in der es für den Verkehrsablauf besser wäre, wenn mehr Magdeburger das Rad nutzen würden, da ein Radfahrer deutlich weniger Platz beansprucht als ein Autofahrer. Dementsprechend kann davon ausgegangen werden, dass wenn mehr Menschen mit dem Rad fahren, es deutlich weniger Verkehrsprobleme gäbe. Anstatt also zu fördern, dass mehr Menschen das Fahrrad im Alltag nutzen, richtet man Führungen und Umleitungen ein, die viele Magdeburger davon abhalten das Rad im Alltag zu nutzen oder es für sie völlig unmöglich macht am Verkehr mit dem Fahrrad sicher, nachvollziehbar und gleichberechtigt teilzunehmen. Und diejenigen, die dennoch das Rad nutzen, müssen sich fragen, warum man sie so behandelt (und sie gefährdet), gerade weil sie mit der Nutzung des Rades dazu beitragen, dass die Verkehrsprobleme in der Stadt nicht noch größer werden.

Um dieses zu verdeutlichen, haben wir ein Video von der aktuellen Situation auf der Ernst-Reuter-Allee angefertigt. Würdet ihr euch als Radfahrer dort sicher fühlen oder eure Kinder dort fahren lassen?

 

9 thoughts on “Radfahrer wirrgeleitet!?!

  1. Danke für die blöden Tipps, lieber ADFC. StVO hin oder her, sich bei so wenig Platz rechts an den Autos vorbeizuquetschen und sich in den toten Winkel zu stellen ist schon reichlich.

    Das hat weder was mit „sicher“ noch mit „gleichberechtigt“ zu tun. Dafür braucht man lediglich die Forderung nach Abschaffung der Benutzungspflicht der Radwege. Und dann fährt man auf der Fahrbahn und alles ist gut. Da braucht man keine Kamikaze-Manöver.

    Alltagsradler

    1. Wir haben gar keine Tipps gegeben, sondern nur die Situation aufgezeigt und die Frage gestellt: Würdet ihr euch als Radfahrer dort sicher fühlen oder eure Kinder dort fahren lassen?

      Auch haben wir genug Abstand gehalten, da wir kein Fahrzeug berührt oder beschädigt haben. Sollten Sie für sich einschätzen, dass Sie dort nicht vorbeifahren möchten, wie es die StVO zulässt, könne sie natürlich auch dahinter warten. Aus diesem Grund ist der Text der StVO eingeblendet.
      Wir haben uns auch nicht in den toten Winkel gestellt, sondern stehen vor dem Fahrzeug und sind für den Autofahrer durch seine Frontscheibe gut sichtbar.
      Wie bei der dargestellten Situation, die Forderung zur Abschaffung der Benutzungsflicht des Radweges helfen soll, ist uns schleierhaft, da sie, wie Sie im Video sehen können, gar nicht besteht.

  2. Wenn ich, wie hier weiß, daß nach der Ampel eine Engstelle kommt, stelle ich mich ggfls. auch mittig hinter das letzte Auto, dann brauchen die Fahrer mich nicht nochmal zu überholen. Ich verliere keine Zeit, die Autofahrer keine Nerven. Natürlich fahre ich dann auch mittig durch die Engstelle; da ist kein Überholen möglich.

  3. Soso, niemand anderes zu berühren ist schon genug Abstand. Möchten Sie auch so eng überholt werden? Verstehen Sie das unter „sicher“ und „gleichberechtigt“?

    Zum Glück gibt es eine Rechtsprechung, die das anders sieht.

    Mit solchen devoten Vorbildern, muss man sich dann aber nicht wundern, wenn man eng überholt, an den Rand gedrängt oder sonst wie von Autlern von der Bahn gedrückt wird. Sie vermitteln doch den Autlern, das Radler keinen Platz brauchen, insbesondere keine seitlichen Abstände.
    Danke.

    Was die Benutzungspflicht angeht, so habe ich das Video so verstanden, dass der Radweg vor dem freigegebenen Gehwegstück benutzungspflichtig ist. Danach scheint der Experte übrigens auch auf einen benutzungspflichtigen Hochbord-Radweg aufzufahren. Habe ich das falsch gesehen.

    Sich hier um eine generelle Aufhebung der Benutzungspflicht zu bemühen, wäre eine lohnende Aufgabe. Wenn man auf der gesamten Strecke auf der Fahrbahn radelt, ist es für die Kraftfahrer erheblich einfacher, das als selbstverständlich anzunehmen.

  4. Könnten Sie bitte die Rechtsprechung verlinken, auf die Sie sich beziehen?
    Auf dem Rad ist es natürlich etwas anderes, da es ein deutlicher Unterschied ist, ob ich auf dem Rad, mit 100kg Gewicht, in diesem Abstand ein geschlossenes und stehendes Fahrzeug aus Metall überhole oder ich als Radfahrer, in Bewegung, ohne Schutz, von 1500 kg Metall in diesem Abstand überholt werde.

    Wie Sie drauf kommen, dass dieses Verhalten devot ist, wird leider auch nicht klar, da der Radfahrer sich an geltende Gesetze hält.

    Sie haben es natürlich nicht falsch gesehen, dass der Radfahrer sich an die StVO hält und am Anfang von einem benutzungspflichtigen Radweg kommt und am Ende auf den Benutzungspflichtigen Radweg wechselt. Sollte er ihrer Meinung nach dieses nicht tun und gegen das Gesetz verstoßen?
    Ich kann Sie aber beruhigen, wir diskutieren mit der Stadt auch über die Benutzungspflicht dieses Weges, auch wenn dieses nur für einen kleinen Teil der Radfahrer wichtig ist, da die meisten Radfahrenden an solchen Straßen, eine eigene Infrastruktur für Radfahrer wünschen.

    1. Die ständige Rechtssprechung hält einen Überholabstand von 1,50 m für angemessen. Womöglich findet man dazu auch etwas online. Sicherlich aber in der einschlägigen Literatur.

      „Schaut her, lieber Autler, mein Fahrzeug ist 60 cm breit, und ich kann mich auf 80 cm irgendwo vorbeiquetschen. Mehr als 10cm Platz zu jeder Seite brauche ich nicht. Eng überholen ist für mich OK.“

      Das ist die Botschaft, die Sie vermitteln, die ist devot. So kommt sie bei den Autlern an. Da spielen weder Rechtslage noch Massenvergleiche eine Rolle. Wer sich an den Rand quetscht, darf sich nicht wundern, wenn er an den Rand gedrückt wird.

      Man sieht ja, was die Radler, die sich eine „Infrastruktur“ wünschen bekommen. Zusammengestoppelten Mist aus übriggebliebenem Verkehrsraum. Hauptsache die Autos haben genug Platz.

      Aber auch aus Sicherheitssicht sind diese „Radfahrer“ schlecht beraten. Auf Radwegen und -streifen werden sie besonders schlecht wahrgenommen. Sie fahren im toten Winkel. Sie fahren rechts von Rechtsabbiegern. Rechtsabbiegeunfälle mit LKW enden nicht selten tödlich. Insofern ist die Abschaffung der Benutzungspflicht für alle Radler wichtig, auch wenn viele das noch nicht wissen.

      1. Der von Ihnen Angesprochene Überholabstand gilt für Autofahrende die Radfahrende überholen, da sie besondere Rücksicht nehmen müssen. (Autofahrende haben beim Überholen mindestens 1,5 Meter Seitenabstand einzuhalten, ab 90 km/h zwei Meter Abstand (OLG Hamm, Az. 9 U 66/92). In Sonderfällen wie bei Steigungen (OLG Frankfurt/ Main, Az. 2 Sa 478/80) oder einem mittransportiertem Kind auf dem Fahrrad (OLG Karlsruhe, 10 U 102/88) sind ebenfalls zwei Meter erforderlich.)

        Für das Überholen von Stehenden Fahrzeugen auf der rechten Seite ist mir kein Urteil bekannt, dass einen Abstand von 1,5m vorschreibt, sondern nur Fälle in denen es zu einer Beschädigung des Fahrzeuge gekommen ist. Der Grund steht in meiner vorherigen Antwort. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob ein Auto ein fahrenden Radfahrer überholt oder ein Radfahrer in stehendes Fahrzeug.
        Mit dem Ausüben dieses, im Gesetz stehenden, Rechtes, werden dem Autofahrenden auch nicht, die von Ihnen unterstellten Dinge suggeriert, da auch er die StVO kennen sollte, wenn er am Verkehr teilnimmt.

  5. Sehr geehrter Herr Dreimann,

    Ihre recht technische Sichtweise deckt leider die Komplexität menschlichen Verhaltens nicht ab. Es wird ständig gegen die StVO verstoßen, teils aus Unwissenheit, teils bewusst gegen besseres Wissen.

    Man kann das Verhalten von Menschen durchaus durch deren Erleben beeinflussen. Damit sollten Sie sich vielleicht mal beschäftigen. So einfach, nur Regeln aufzuschreiben, ist das nämlich nicht. Das ist der Fehler, der generell bei der Verkehrsplanung gemacht wird. Würden sich alle immer an die Regeln halten, gäbe es ja keine Unfälle. Die gibt es aber.

    Abgesehen davon hätte ich gerne mehr als 10cm Platz zwischen mir und einem Auto, egal wer technisch gesehen an wem vorbeifährt.

    1. Wie gesagt, Sie müssen nicht überholen, Sie dürfen es, wenn Sie möchten, diese Entscheidung liegt bei Ihnen.

      Wenn Sie sich einbringen möchten und zur Verbesserung der Situation für Radfahrer beitragen wollen, bringen Sie sich doch beim ADFC ein, denn in einem Punkt scheinen wir schon einer Meinung zu sein, die Situation für Radfahrer muss verbessert werden.

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