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Warum 480.000€ für Licht auf dem Magdeburg Ring?

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highway-393492_1280Heute entscheiden die Stadträte unter anderem darüber, ob im nächsten Jahr 480.000€ für die LED-Umrüstung der Beleuchtung auf dem Magdeburger Ring ausgegeben werden.
Die Verwaltung und gewählte Führung der Stadt hat den Vorgang sehr geschickt begonnen. Es wird argumentiert, dass man durch die Umrüstung Kosten spart und sich diese sehr schnell rechnet. Dieses Argument ist auch richtig, wenn man den Sachverhalt so beschränkt betrachtet. Man reduziert die laufenden Kosten für die Beleuchtung von 112.000€ im Jahr auf ca. 76.000€ im Jahr, was Einsparungen in Höhe von 36.000€ pro Jahr bedeuten.

Diese Betrachtung lässt aber einige wichtige Punkte unbeachtet:

  • Vor über 12 Jahren hat man im Stadtrat beschlossen, die Beleuchtung auf dem Ring abzustellen, um die jährlichen Kosten einzusparen und so die angespannte Haushaltslage zu entlasten.
  • 2013 wurde der Magdeburger Ring nördlich der Albert-Vater-Straße saniert. Dabei wurden auch die alten Lampen durch neue LED-Lampen ersetzt und dann, nach unserem Wissen, ohne Beschluss im Stadtrat, die Beleuchtung auf dem Ring wieder in Betrieb genommen. Was bedeutet, dass ohne Beschluss des Stadtrates seit diesem Zeitpunkt, 112.000€ im Jahr ausgegeben werden.
  • Es gibt auch keine Sicherheitsgründe, die für diese Entscheidung sprechen, da die Unfälle, die auf dem Ring passierten, nicht darauf zurück zu führen sind, dass es dort keine Beleuchtung gab.

Somit kann man festhalten, dass es sich hier um eine Summe von 112.000€ pro Jahr handelt und noch zusätzlich 480.000€ einmalig. Unbeachtet ist dabei die Summe, die bei der Sanierung 2013 ausgegeben wurde, um die alten Lampen gegen neue LED zu ersetzen. Wir würden schätzen, dass es sich dort auch um eine Summe zwischen 100.000€ und 200.000€ gehandelt hat.

Wenn die Stadträte die Verantwortung, die sie haben, wahrnehmen, in diesem Fall die Kontrolle der Verwaltung, müssen sie fordern, dass man das Licht sofort wieder ausschaltet und darüber beraten wird, was mit der gesamten Summe von 1,6 Millionen Euro über die nächsten 10 Jahre passieren soll. ( 480.000€ plus 112.000€ jährliche Betriebskosten über die nächsten 10 Jahre)
Diese Gesamtsumme ließe sich in vielen Bereichen sehr viel sinnvoller einsetzen!

Der ADFC Magdeburg schlägt folgendes vor:

Olvenstedter GrasewegIn Magdeburg fehlt an vielen Stellen eine vernünftige Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger. Die Vorhandene ist in einem oftmals desolaten Zustand und über Beleuchtung wollen wir gar nicht reden!

Dabei ist der Radverkehr ein wichtiger Teil der städtischen Mobilität in Magdeburg! Dies zeigt sich bspw. im Mobilitätssteckbrief für Magdeburg (Forschungsprojekt Mobilität in Städten – SrV, Erhebungsdurchgang 2013): Jeder Haushalt besitzt demnach 1,6 Fahrräder aber nur 1 Auto; 23,1% der Haushalte besitzen keinen eigenen PKW in Magdeburg und diese Zahl steigt; bei den Wegen von 1 bis 3 km werden 23% und bei Wegen von 3 bis 5 km werden 21% aller Wege, schon heute, mit dem Rad zurückgelegt!

Um den Radverkehr endlich auch nachhaltig zu fördern, schlagen wir vor, diese Mittel in die Förderung des Radverkehrs zu investieren.
Die Anträge dafür liegen den Stadträten vor:

  • Geld für die Einrichtung von Radfahrstreifen und Schutzstreifen
  • Die Schaffung eines Radverkehrsbeauftragten in Magdeburg
  • Mittel für den Lückenschluss in der Brenneckestraße zur Verfügung zu stellen.

Diese Entscheidungen werden dazu beitragen:

  • die Vorgaben des nationalen Radverkehrsplans 2020 der Bundesregierung zu erfüllen. Dieser sieht vor, dass für den Radverkehr mindesten 8€ pro Einwohner und Jahr investiert werden. Was für Magdeburg eine Summe von 1.800.000€ bedeuten würde.
  • dass sich die Investition wirklich rechnet, da Radfahrer, bedingt durch ihr Gewicht und die gefahrenen Geschwindigkeiten, die Straße so gut wie nicht verschleißen und somit selber so gut wie keine Instandhaltungskosten verursachen.
  • der Stadt zu helfen, ihre beschlossenen Ziele im Bereich CO2-Ausstoß und Lärmreduktion zu erreichen, da Radfahrer keinen Lärm und keine Abgase verursachen.

Das Geld wäre für diese Vorschläge deutlich besser investiert, als für eine Beleuchtung des Magdeburger Rings, die keinen Nutzen hat und auch nicht die genannten positiven Folgen bewirken kann und wird.

One thought on “Warum 480.000€ für Licht auf dem Magdeburg Ring?

  1. Die Zuschaltung der Beleuchtung auf dem Mgdeburger Ring kann nur begrüßt werden. Im Gegensatz zu Holland und auch Polen ist es in Deutschland leider in die Mode gekommen Beleuchtungen von innerstädtischen Verkehrsstraßen abzuschalten.

    Eine wesentliche Energieeinsparung könnte aber mit den vorhandenen und bei weitem n och nicht verschlissenen hochwertigen Siemensleuchten erzielt werden indem man die Leistungsaufnahme von derzeit 150 W auf 100 W am Vorschaltgerät einfach nur umklemmt.
    Das ist bei Siemensleuchten möglich. Somit könnten die vorhandenen Leuchten weiter genutzt werden aber ein Drittel Energiekosten ohne eine sinnlose obsoleszente Investition von 480.000,–€ zu tätigen.
    Der Lichtverlust beträgt von derzeit 14.000lm pro Lampe bei 150 W auf
    10.000lm pro Lampe bei 100 W.

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